Betrachtung zur Jahreslosung


Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Scheerstaaner,

Egal wie andere leben: „Seid barmherzig!“, so ruft uns die biblische Losung für 2021 entgegen. Nicht am Verhalten anderer sollen wir uns also orientieren. Auch nicht daran, was für uns selbst am besten ist. Maßgeblich ist allein Gottes leidenschaftliche Barmherzigkeit, die uns durch seine Gnade und Treue „unverdient„ widerfährt. Sie will uns Maßstab sein, Maßstab werden.

Ist es nicht anmaßend, diesem hohen Anspruch Jesu genügen zu wollen? Mit reinem Gutmenschentum komme ich da schnell an meine Grenzen. Mein Staunen über Jesu vorbildliche Taten und Worte bringen mich auch noch nicht weiter.

Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist., Foto: Andrea Stevens

Einfach so, aus eigener Kraft, als Vorsatz fürs neue Jahr wäre diese Forderung sicher eine Überforderung. So ist es aber gar nicht gedacht, diese Aufforderung ist weniger ethisch-moralisch als vielmehr spirituell gedacht. Weil mir in Jesus Gottes Barmherzigkeit begegnet, kann auch ich es versuchen, kann ich es auch aushalten, dass ich so Vieles von Gott nicht verstehe. Wie gut, dass auch ER mich mit meinen Fragen und Zweifeln aushält in diesen Tagen und ich ihn Vater nennen darf. Sein Herz schlägt nun einmal für seine Kinder, besonders für die Kleinen und Schwachen. Bei ihm bin ich geborgen und gehalten, seine Barmherzigkeit gilt mir. Da kann ich sicher sein.

Und so will er auch meine unsicheren und zaghaften Versuche stark machen, barmherzig zu sein. Wenn ich freiwilig verzichte um der Schwächeren willen, wenn ich warten kann, damit Schwächere vorgelassen werden. Eins ist sicher und schön: Gott ist auch mein persönliches Lebenshaus nicht zu klein, nicht zu arm, um darin Wohnung zu nehmen und sie in seinem Sinne zu gestalten.

Mein Gebet ist es, dass seine Nähe und Liebe mich verändern und zu einem barmherzigen Menschen machen. Dass ER mich korrigiert, wo ich, bewusst oder unbewusst, mich selbst oder andere zum Maßstab meines Handelns mache.

Wie nötig ist das in diesem Coronawinter! Jens Spahn hat schon im Frühjahr gesagt: Wir werden uns viel zu verzeihen haben! Ja, das werden wir. Und mit sehr viel Barmherzigkeit werden wir die Unmengen von Fehlern aufarbeiten, in die wir in Zeiten der Pandemie allesamt verstrickt waren. Keiner ist unschuldig geblieben, wir alle brauchen Barmherzigkeit, mehr als je.

Darum, Ihr Lieben, lasst sie uns einander schenken, so wie Gott das an uns tut!

Ihr Pfarrer
Dr. Jörg Mohn

Über unsere Gemeinde

Mit der Evangelischen Christophorusgemeinde stellt sich Ihnen die älteste und traditionsreichste Kirchengemeinde Schiersteins vor. Ihr Mittelpunkt ist die schöne barocke Christophoruskirche mitten im alten Ortskern, deren Turm die alten Fischer- und Winzerhäuser überragt.

Diese wohl schönste Rokokokirche Hessens ist heute Heimatkirche einer lebendigen Gemeinde, Sitz des Propsteikantors für Süd-Nassau und der Schiersteiner Kantorei und das Zentrum einer herausragenden Musikpflege.

Die lebendige Pflege lutherischer Tradition und Liturgie sowie ein ausgeprägter Hang zu frohen Feiern und Festen prägen neben der Kirchenmusik das Profil der Gemeinde. Besonders die großen Feste wie Erntedank, Ostern und Weihnachten werden bei uns festlich begangen. Das Schiersteiner Krippenspiel und die festlichen Weihnachtsmusiken gehören nicht nur für viele Schiersteiner zu Weihnachten einfach dazu.

Unser großes Gemeindehaus, direkt am Schiersteiner Hafen gelegen, beherbergt unsere Kindertagestätte mit Krippe und Hort, sowie das Gemeindebüro. Der große Gemeindesaal bietet Raum für Feste und Proben, und unter dem Dach hat sich die Jugend gemütliche Gruppenräume eingerichtet. Wir laden Sie herzlich ein, uns näher kennen zu lernen - heute auf unserer Homepage, demnächst vielleicht hier in Schierstein.